lat. ritudis
den Ritus betreffend, Rituell

Ritual steht für eine nach vorgegebenen Regeln feierliche Handlung mit hohem Symbolgehalt.

Als Ritual im engeren Sinn wird eine menschliche Handlungsabfolge bezeichnet, die durch Standardisierung der äusseren Form, Wiederholung, Aufführungscharakter, Performativität und Symbolik gekennzeichnet ist und eine elementare sozial strukturbildende Wirkung besitzt. (vgl. Barbara Stollberger-Rilinger, Historische Einführungen, Campus Verlag)

Unser Alltag ist geprägt von Ritualen. In allen Lebenslagen begegnen wir ihnen. Am Arbeitsplatz, in der Kirche, in Vereinen oder am Familientisch. Rituale geben Halt und schaffen Sicherheit. Sie können auch Zugehörigkeit und Vertrauen vermitteln. Aber in einer Zeit des Trauerns können Rituale mehr als nur Alltag sein. Sie können quasi als Geländer einem in eine neue (veränderte?) Zukunft geleiten, führen.

Übergangsrituale sind deshalb wichtig, um grössere Lebensabschnitte besser zu bewältigen. Mit Ritualen Abschied nehmen, kann helfen, über den Trennungsschmerz besser hinweg zu kommen.

Meistens sind es nur ganz kleine Dinge und Gesten die uns in Erinnerung bleiben. Ein Dankeschön, eine herzliche Umarmung, ein liebevoller Blick, ein angenehmer Händedruck, ein kleiner Gegenstand oder eine Anerkennung. Auch das sind Rituale, die uns den Alltag erträglicher machen.

In einer Trauerbegleitung, egal ob mit einer Einzelperson oder z. B. mit einer Schulklasse, geht es darum, gemeinsam Rituale zu finden, zu gestalten und feierlich durchzuführen.